Egal, welches Akronym man für die queere Community verwendet, fängt es doch immer mit L an. L wie lesbian oder lesbisch, ein Begriff, der den meisten Leuten bekannt ist. Als lesbisch bezeichnen sich in der Regel Frauen, die romantische oder sexuelle Anziehung gegenüber anderen Frauen spüren, er wird aber auch von nicht-binären Menschen und manchmal auch von Trans-Männern genutzt. Der Begriff lesbisch kommt von der Insel Lesbos, auf der vor etwa 2500 Jahren die Dichterin Sappho Liebesgedichte über Frauen verfasst hat.
Und wer mehr über Sappho, und generell queere Frauen der Geschichte, erfahren will, findet mit Eine kurze Geschichte queerer Frauen einen kurzweiligen, sarkastischen Überblick über die letzten zweieinhalb Jahrtausende. Für eine zeitgenössischere Variante über lesbische Vorbilder gibt es Lesbisch, feministisch, sichtbar.
Tiefergehende Biografien gibt’s natürlich auch. Audre Lorde, eine 1934 in Harlem geborene US-amerikanische Dichterin, entführt uns in ihrem Memoir Zami in die queere New Yorker Subkultur und erzählt eindrucksvoll und poetisch von ihrem Leben.
Auch Tove Jansson ist eine faszinierende, lesbische Frau. Hauptsächlich als Erfinderin der putzigen Mumins bekannt, war sie auch eine ernstzunehmende Künstlerin und Illustratorin. Sie lebte mit ihrer Lebensgefährtin auf einer kleinen finnischen Insel. Der Roman Fair Play ist eine autobiografische Darstellung intellektueller Partnerschaft und einer produktiven Verbindung, die Kunst und Werk einer bedeutenden Frau maßgeblich beeinflussten.
Eine weitere faszinierende autobiografische Erzählung findet sich in der Graphic Novel Pirouetten von Tillie Walden. Eine wunderschöne Geschichte über das Erwachsenwerden, Selbstfindung und Selbstbestimmung.
Wer lieber etwas zum Abschalten sucht, findet vielleicht in den New-Adult Romcoms von Ashley Hering Blake ein bisschen Fast-Food für die Seele. Die Bright-Falls Reihe folgt in jedem Teil einer anderen Protagonistin, die zu einer Gruppe Freundinnen einer Kleinstadt gehört und ihr queeres Happy-End findet. Dysfunktionale Verwandtschaft und eine gute Portion Tropes runden die perfekte Sommerlektüre ab.
Und wenn ich zu meiner lesbischen Love-Story Fantasy-Elemente will? Dann ist Magie und Milchschaum das Richtige. Mit ‚Low Stakes, High Vibes‘ macht das englische Cover Werbung und genau das finden wir hier auch. Viv, eine Ork-Kriegerin, hat keine Lust mehr aufs Kämpfen und eröffnet ein Café. Im Prequel Bücher und Barbaren hilft Viv einer heruntergekommenen Buchhandlung wieder auf die Beine – beides sind leichte, lustige Fantasy-Romane mit ganz viel Stimmung und ganz viel Herz.
Für alle, die eher was ernsteres und literarisches suchen gibt es Eine Frau zu sehen. Eine so vorsichtige wie mutige Erkundung der Liebe zweier Frauen – und das im Jahr 1929! Annemarie Schwarzenbach, die Autorin des Werks schrieb das Buch mit nur 21 Jahren. Sie war eine beeindruckende Person: Elegante Millionärstochter, die am liebsten Männerkleidung trug, Kosmopolitin, Antifaschistin, Geliebte von Erika Mann und angebetet von der internationalen Literaturszene (Carson McCullers verliebte sich unsterblich in sie, eine leider nie erwiderte Liebe) – es gibt viele Gründe, warum es sich lohnt die Autorin wiederzuentdecken.
In Pasteurgasse 4, täglich erzählt Andrea Landfried mit großer literarischer Wucht drei eindringliche Geschichten über die Liebe zwischen Frauen – und über so viel mehr: über das Sich-Finden, das Hadern mit Konventionen und psychische Erkrankungen.
Wenn man es eher tragisch mag, dann gefällt einem vielleicht Wenn die Blüten Trauer tragen. Ein wunderschöner Manga über Liebe, Trauer und Tod. Oder Vielleicht Love me tender von Constance Debré. Ein Buch einzigartig in seiner Fülle menschlicher Gefühle, in seiner Radikalität – und in seinem Schmerz.
Für die Jugendlichen gibt es natürlich auch tolle Titel – gerade hier ist Repräsentation extrem wichtig.
14-jährige (und natürlich auch alle, die älter sind) finden vielleicht mit Die Sonne so strahlend und schwarz ein neues Lieblingsbuch. Ein sprachgewaltiger Coming-of-Age Roman, mit einer queren, Schwarzen Protagonistin.
Oder vielleicht ist She drives me crazy das Richtige: Eine Enemies-to-Lovers Fake Dating Story mit selbstbewussten, geouteten Protagonistinnen.
Not my Problem folgt Aiden, die die Probleme aller Menschen um sich herum löst, anstatt sich mit ihren eigenen auseinanderzusetzen.
Ab 10 Jahren gibt es die Graphic Novel Regenbogentage, hier muss Tuva, die in die siebte Klasse kommt sich mit dem ganzen nervige Pubertätskram rumschlagen: Latte trinken, shoppen gehen und sich verlieben – in Mariam, die Neue aus der Parallelklasse…
Und wer indirekte Repräsentation für Jüngere sucht: in Hier kommt Bahar Bizarr hat die Protagonistin zwei Mütter, genauso wie Elia in Elia hat zwei Mamas.




















