
Lustiger Titel, denkt man vielleicht zuerst, aber das hier ist ein knallhartes Buch über toxische Mutter-Töchter Beziehungen. Regina, die Mutter ist ein Nachkriegskind, kann sich den Traum vom Studium erfüllen, kommt dann aber nicht mehr bis zur Promotion, wegen der Geburt der ersten Tochter; Antonia. Später kommt noch eine zweite Tochter, Wanda, hinzu und auch diese bekommt die volle Wucht der mütterlichen Unzufriedenheit zu spüren. Nie können die Töchter den Ansprüchen der Mutter genügen; es dauert lange, bis sie sich emanzipieren können; die Wunden der Kindheit wollen nie so richtig verschwinden. Trotzdem stehen sie ihrer Mutter loyal zur Seite, als diese schwer erkrankt und schließlich stirbt.
Jede Mutter, jede Tochter kann sich wahrscheinlich ein bisschen in diesem Roman wiederfinden und alle sind irgendwie Täter und Opfer zugleich; verstrickt in ihren Hoffnungen, Sehnsüchten und unerfüllten Wünschen. Wie damit umgehen? Verdrängen oder besser offen darüber sprechen?
Einen guten Weg findet Antonia, als sie selbst eine Tochter bekommt und diese allein mit viel Liebe, Geduld und Großzügigkeit zu einem freien, emanzipierten Mädchen erzieht. Das war für mich der positive Aspekt des Buches, dass es möglich ist, aus diesem toxischen Kreislauf von Mutter-Tochter Beziehungen auszubrechen und es besser zu machen.
Ihre Cornelia Schaller

