Birdie – J.P. Rose

Das Mädchen Birdie hat es bisher nicht leicht gehabt im Leben. Von der Mutter zurück gelassen wächst sie  1952 in einem Waisenhaus in Leeds auf und so kann sie ihr Glück kaum fassen, als sie erfährt, dass sie von Ihrer Großtante adoptiert wurde. Ganz allein reist sie ins ländliche England in das kleine Dorf, in dem Ihre Verwandten leben. 

Doch der Start ins neue Leben ist holprig; niemand holt sie vom Bahnhof ab und von den Dorfbewohnern wird sie ausgegrenzt, sogar ihre Tante distanziert sich von ihr. Zuerst weiß Birdie gar nicht warum, aber schnell wird ihr klar: es ist wegen ihrer Hautfarbe, denn sie ist schwarz. Als sie aus der Schule flüchtet, weil die Lehrerin sie schlecht behandelt wird sie von vier Jungs belästigt und flieht in ein stillgelegtes Bergwerk, wo sie auf ein zurück gelassenes Grubenpony stößt, genauso einsam wie sie. Die beiden freunden sich an und sie versucht alles, um das Los des Ponys zu erleichtern, besonders ihr Großonkel, zu dem sie ein liebevolles Verhältnis hat, versucht ihr zu helfen. 

Schließlich befreit sie das Pony in einer heldenhaften Aktion aus seinem dunklen Gefängnis und versucht verzweifelt es zu retten. 

Bei einem dramatischen Unfall im Bergwerk wird das Pony selbst zum Retter und läutet damit eine Wendung zum Besseren für alle Beteiligten ein….

Das Buch fand ich wunderbar authentisch, steckt doch viel Herzblut und eigene Geschichte der Autorin darin. Als Tochter eines schwarzen Soldaten und einer britischen Mutter wuchs sie selbst im Waisenhaus auf, erlebte rassische Ausgrenzung und fand später Trost im Schreiben und im Umgang mit Tieren. Heute lebt die Autorin mit ihrer Familie und vielen Tieren in der Nähe von London.

Es ist ein Pferdebuch jenseits der  glücklichen Pferdemädchen Geschichten , genau deshalb ist es so berührend. Hier finden zwei verlorene Seelen, die niemand haben will in tiefer Freundschaft zueinander, das ist wunderbar und tröstlich. 

Ganz interessant fand ich auch den historischen Bezug zum  England der 50er Jahre und der harten Arbeit in den Bergwerken, gerade auch für die armen Grubenponys, die meist ihr ganzes Leben in den dunklen Stollen verbrachten. 

Ein Kinderbuch abseits des Mainstreams, aber eine spannende, herzwarme Geschichte, mit  Inhalt, die hoffentlich Einzug in das eine oder andere Bücherregal finden wird… und ja, kleiner Spoiler, natürlich gibt es ein Happy End. 

Für neugierige Kinder ab 9 Jahren geeignet.

Mit Klick aufs Cover direkt zum Buch

Buchcover von 'Birdie' von J.P. Rose, zeigt ein Mädchen mit lockigem Haar, das freundlich ein Pferd betrachtet. Der Titel und der Untertitel sind prominent dargestellt, sowie ein Auszeichnungssymbol.

Ihre Cornelia Schaller

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