Über Vier Leben – Pauline Hatscher

Pauline Hatscher beschreibt in Ihrem Großartigen Debütroman eindrucksvoll wie Traumata innerhalb einer Familie weitergegeben werden können.
Wir lernen als erstes die jetzige Generation, das Mädchen Mirabelle kennen. Sie wird während einer Therapie mit der Frage konfrontiert, warum sie so wenig Nähe in Beziehungen zulassen kann. Das bringt bei ihr einen Stein ins Rollen und sie beginnt über die Geschichte der Frauen in ihrer Familie zu recherchieren. Geschickt verwebt die Autorin dabei Fiktion und Wirklichkeit und so entsteht ein Rückblick vom Leben der Urgoßmutter ausgehend bis zur Urenkelin.

Aus Fragmenten, Leerstellen und Vermutungen fügt sie behutsam eine mögliche Familiengeschichte zusammen; jedes Frauenschicksal ist dabei besonders und tragisch und an vielen Stellen tieftraurig. Was eine Generation nicht bewältigen kann, trägt die nächste weiter, unverarbeitete Traumate von ungewollter Schwangerschaft, Selbstmord und toxischer Partnerschaft – bis hin zu Mirabell, die endlich versucht aus dieser Spirale zu entkommen.
Ein Versuch, der Hoffnung macht in dieser sehr emotional bewegenden Geschichte.


Ein Roman, der mich sehr zum Nachdenken gebracht hat und noch lange nachwirkte; unbedingt lesen!

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Ihre Cornelia Schaller

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