Im Moment bin ich wieder ganz im Krimi Fieber und kann hier zwei tolle Neuerscheinungen präsentieren:
Vera Buck – Keine Angst Darling
Vielleicht haben manche ja „Yesteryear“ gelesen und haben das Tradwife Thema noch aktuell auf dem Schirm. Vera Buck hat das Thema gekonnt aufgegriffen und zu einem spannenden Thriller verarbeitet.
Lea führt das scheinbar perfekte Leben: Als Hausfrau und Mutter auf Social Media präsentiert sie ihr geschmackvolles Zuhause, ihre Tochter und ihr behütetes Leben an der Seite ihres Mannes Matt in der schützenden Gemeinschaft der Sancta Familia im sonnigen Florida.
In Deutschland lebt ihre Schwester Paula, die Schwestern stehen sich nicht sehr nahe, eigentlich erfährt Paula nur über Instagram Neuigkeiten aus Leas Leben. Als dieser Kanal von einem auf den anderen Tag plötzlich verstummt, ist Paula höchst alarmiert und ihr Beschützerinstinkt erwacht. Obwohl sie selbst sehr eingespannt ist mit Familie und Beruf, beschließt sie nach Florida zu reisen und zu schauen, wie es ihrer Schwester geht.
Doch in der Sancta Familie ist Lea nicht, ihr Mann Matt behauptet sie sei in einem Retreat, aber warum gibt es kein Lebenszeichen?
Die Sancta Familia entpuppt sich als sehr radikale christliche Gemeinschaft, mit strengen Regeln. Von Frauen wird Gehorsam und Unterwürfigkeit erwartet. Sollten sie das nicht erfüllen, verschwinden sie auch schon mal.
Ist dies auch Lea passiert? Paula begibt sich auf gefährliche Spurensuche und bekommt unerwartet Hilfe von Matts Ex Frau, die den Absprung aus der Gemeinschaft geschafft hat. Aber wem kann sie wirklich trauen?
Wem die Bücher von Freida McFadden gefallen wird hier eine gute Alternative finden; spannend geschrieben in kurzen Kapiteln, die man so wegsuchten kann, eigentlich will man das Buch gar nicht weglegen, bis der Fall gelöst ist. Immer wieder gibt es unerwartete Plottwists, die den Spannungsbogen hoch halten.
Große Empfehlung, tolles Lesevergnügen für alle Krimifans, die mal wieder so richtig in eine Geschichte hinein gezogen werden wollen und dabei thematisch ganz aktuell am Puls der Zeit!
Nova Winter – Die Nachbarin
Smilla und ihr Mann Jonas wagen im beschaulichen Schwarzwald einen Neuanfang, sie konnten ja nicht ahnen, was sie dort erwartet. Das Drama beginnt als Smilla den kleinen Moritz vor dem Ertrinken rettet und sie das merkwürdige Gefühl hat, das dieser Junge ihr eigenes Kind ist, aber das ist unmöglich – sie war nie schwanger.
Die Mutter reagiert total aggressiv und verschwindet sehr schnell mit dem Kind, aber die beiden sehen sich schneller wieder als gedacht, denn Lou und ihr Mann Quentin wohnen direkt nebenan. Zum Dank werden Smilla und Jonas zu einem tollen Essen eingeladen und Quentin ist nett, fast schon zu nett, ja er bietet Smilla sogar einen Job als Konditorin in seinem Hotel an. Lou hingegeben verhält sich sehr abweisend und merkwürdig und schnell wird einem klar: hier stimmt etwas ganz und gar nicht.
Immer dichter wird die Atmosphäre und seltsame Dinge geschehen, auch Smillas Mann verhält sich komisch und bald zweifelt sie an ihren Wahrnehmungen, während sich die Situation immer weiter zuspitzt.
Der Krimi hat mich von Anfang an abgeholt, die kurzen Kapitel, die Perpsektivwechsel und Plot-Twists halten die Spannung hoch und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, bis der Fall gelöst war. Ein Thriller der ohne blutrünstige Morde auskommt, aber trotzdem unter die Haut geht und tief in menschliche Abgründe blicken lässt. Ganz großes Kino!
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Ihre Conny Schaller


