Eine kleine literarische Perle mit einem ernsten Thema ist „Antoinette“ von Robbert Welagen, in diesen Tagen bei Oktaven im Verlag Freies Geistesleben erschienen.
Als mich Caroline Grafe @litquartier im Februar fragte, ob ich dieses Buch in einer sehr frühen, noch unlektorierten Fassung lesen möchte, war ich natürlich neugierig und tatsächlich nach wenigen Seiten sehr angetan. Eine melancholische Stimmung durchzieht diese Geschichte, und selten war ich beim Lesen so ruhig und versunken. Und das, obwohl Welagen hier ein äußerst sensibles Thema behandelt: unerfüllter Kinderwunsch.
Der Protagonist Robbert wurde von seiner Frau Antoinette verlassen und kehrt in den Park des Thermalbades zurück, wo sie vor Jahren ihr erstes Rendezvous hatten. Er meint, sie überall zu sehen und verliert sich in Erinnerungen an den gemeinsamen Weg. Ein Weg, der vielversprechend begann, aus Zuneigung wird Liebe, es folgt die Heirat und der innige Wunsch nach gemeinsamen Kindern. Doch Antoinette wird nicht schwanger, auch alle Kinderwunschbehandlungen bleiben ohne Erfolg – und Robbert beschreibt diese dann folgende schmerzhafte Phase der Entfremdung des Paares zwar schonungslos, aber dennoch behutsam und fast sanft. Schon bald entzieht sich Antoinette, sie kann sich ihr Leben ohne Kinder nicht vorstellen.
Für mich war die männliche Perspektive auf die ungewollte Kinderlosigkeit ungewohnt, aber gerade deshalb sehr reizvoll und ich fand sie stimmig umgesetzt. Die Hintergrundkulisse des Thermalbades, die Beschreibung der Wärme und der Anwendungen verleihen der Geschichte eine gewisse Entrücktheit und Melancholie. Besonders freu ich mich natürlich, dass ich meine Meinung über dieses Buch auf der Innenklappe des Schutzumschlages finden durfte 🧡📚
Original auf Instagram bei @buchselig erschienen:



