Inter* Personen sind Menschen, deren körperliches Geschlecht, wie beispielsweise die Genitalien oder die Chromosomen, nicht ‚eindeutig‘ als männlich oder weiblich klassifiziert werden kann, sondern sich in einem breiten Spektrum befindet.
Bis 2021 wurden inter* Kinder nach einer Diagnose oft zu einem bestimmten (meist weiblichen) Geschlecht operiert, was mitunter zu schwerwiegenden gesundheitlichen und psychischen Problemen führen kann. Das am 22.Mai 2021 in Kraft getretene ‚Gesetz zum Schutz von Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung‘ soll das verbieten. Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, allerdings vertreten sowohl der Verein Intersexuelle Menschen e.V und der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) e.V. die Ansicht, dass das Gesetz Schwachstellen aufweist. (Quellen: https://im-ev.de/stellungnahme-gesetz-zum-schutz-von-kindern-mit-varianten-der-geschlechtsentwicklung/
https://www.lsvd.de/de/ct/5449-Schutz-intergeschlechtlicher-Kinder-vor-medizinischen-Eingriffen)
Leider gibt es für die ‚hinteren‘ Buchstaben nicht viel Literatur. Auch wenn sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel für queere Rechte und Sichtbarkeit getan hat, ist das alles immer noch ausbaufähig. Gerade Inter*menschen finden sich selten repräsentiert.
Schon vor zwölf Jahren erschienen, aber 2024 neu aufgelegt ist der Roman Mitgift. 2002 Ihrer Zeit weit voraus und jetzt topaktuell, seziert Ulrike Dreasner Binarität, Geschlechterordnung und was ‚Frau Sein‘ eigentlich bedeuten soll. Dabei folgen wir Aloe Böhm, die schon immer eifersüchtig auf ihre jüngere Schwester Anita war. Anita ist schön, strahlend, geheimnisvoll – und als Intersex geboren. Anita wird mit Operationen und Hormonen in eine Rolle gezwungen. Und beide versuchen sich aus der rigiden Einpassung in Zweigeschlechtigkeit zu befreien.
Niemand so wie ich? von Rachel van Kooij erzählt die Geschichte von Niki. Niki ist intergeschlechtlich, aber das ist eher ein Problem für andere – ihre Eltern, die Eltern anderer Kinder. Als Nikis unbekannter Onkel auftaucht, ist für die Erwachsenen auch hier die Sachlage klar: Raimund muss so schnell wie möglich wieder weg. Aber Niki kann ihn nicht einfach der Straße überlassen und verstrickt sich in eine Netz aus Lügen, um sich ihm zu helfen.
Mehr zum Thema finden Interessierte in Inter – Ein Handbuch über Intergeschlechtlichkeit von Carolin Fritzsche, zusammen mit dem Verein Intersexuelle Menschen e.V. und der Organisation „Die dritte Option“ verfasst.



