🏳️‍🌈 Pride Month 🏳️‍🌈 A = Aromantisch und Asexuell

Für das A in LGBTQIA+ müssen wir einen kurzen Ausflug in die Theorie des Split Attraction Model („getrenntes Anziehungs-Model“) machen. Das trennt romantische und sexuelle Orientierung – also mit welchen Menschen man gerne eine romantische Beziehung haben möchte und mit welchen man Sex haben will.

Aromantische Menschen sind solche, die keine oder wenig romantische Anziehung verspüren und/oder kein Interesse an romantischen Beziehungen haben. Das Gegenteil dazu sind alloromantische Menschen. Sozusagen das ‚cis‘ zu ‚Trans‘ nur auf Aromantik bezogen. Und analog dazu beschreibt Asexualität Menschen die keine oder wenig
sexuelle Anziehung verspüren und/oder kein Interesse an sexuellen Beziehungen haben. Das Gegenteil dazu ist Allosexualität. Nicht alle romantischen Menschen sind asexuell und umgekehrt. Wer sich mit beiden Begriffen definiert, beschreibt sich oft als ‚aroace‘ – aro von aromantisch und ace vom englischen asexual.

Manchmal tauchen die Begriffe auch als A_romantisch oder A_sexuell auf. Der Unterstrich verdeutlicht, dass es sich um ein Spektrum handelt – zwischen keiner und weniger oder sehr bestimmter Anziehung. Da das ganze ein Spektrum ist fasst man es auch gerne unter ‚Aspec‘ zusammen. Darunter gibt es sehr viele Label, die mit den beiden oben genannten kombiniert werden können, beispielsweise Grayromantisch bzw. Graysexuell, Demiromantisch bzw. Demisexuell etc…

Das man da nicht alles kennt oder auf Anhieb versteht ist verständlich – und niemand erwartet das. Was dabei wieder wichtig ist: Label sind Selbstbezeichnungen, man sollte das niemandem aufdrängen und wenn jemand ein Label benutzt, das man nicht kennt: nachfragen und zuhören. Empathie und die Bereitschaft dazuzulernen sind alles was man braucht 🙂

Aber wer sich trotzdem mal schlau machen will findet (Un)sichtbar gemacht. Perspektiven auf Aromantik und Asexualität einen tieferen Einblick in die verschiedenen Microlabel unter dem A-Spektrum.

Außerdem gibt es verschiedene Sachbücher von Carmilla DeWinter, beispielsweise Das Asexuelle Spektrum, das unterhaltsam aufklärt oder den Essay Aus dem Off – Asexualität, Aromantik und die Sache mit dem Glück, der sich gegen die Pathologisierung von Queerness ausspricht.

Von der Autorin gibt es auch ein klasse Urban Fantasy Roman bei denen die beiden Protagonist*innen herrlich queer sind: Jasna ist aroace, Loki genderfluid und pansexuell. Lokis Fesseln ein ‚Nordisches Familiendrama in fünft Akten‘ folgt den beiden auf einem chaotischen Roadtrip um den Weltuntergang Ragnarök zu verhindern.

Auch Von T.J. Klune gibt es auch einen Fantasy-Roman mit einem homoromantischen und asexuellen Protagonisten: Victor ist ein Mensch der mit seinem Robotervater Giovanni, dem sadistischen Pflegeroboter Schwester Grob und dem schreckhaften Staubsauger Rambo in den Wäldern lebt. Als Victor den beschädigten Androiden Tom im Wald findet und repariert, wird Giovanni von seiner Vergangenheit eingeholt – und in die Stadt der elektrischen Träume verschleppt. Die unerhörte Reise der Familie Lawson erzählt witzig und warmherzig die Geschichte und gefährlichen Rettungsmission der liebenswerten Patchworkfamilie.

Außerdem gibt es das Jugendbuch Loveless (https://buchtutgut.de/2022/07/06/%f0%9f%8f%b3%ef%b8%8f%f0%9f%8c%88-pride-month-22-%f0%9f%8f%b3%ef%b8%8f%f0%9f%8c%88-taubentipps-teil-10-%f0%9f%8f%b3%ef%b8%8f%f0%9f%8c%88/), das auch schon auf dem Blog besprochen haben: Ebenfalls eines der (wenigen) Bücher, die einen aspec Protagonistin haben – auch weil Autorin Alice Osman selbst aroace ist. Außerdem ist Tori Spring, die die Protagonistin in dem Roman Solitaire ist, asexuell, was allerdings erst in Heartstopper 5 angesprochen wird und da ist sie ein Nebencharakter. Übrigens: In der Netflix-Adaption von Heartstopper ist auch Isaac aroace, in der Graphic Novel existiert er allerdings nicht.

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