Unsere Lesehighlights 2024 #6

Lesehighlight von Cornelia Schaller
MEIN DRITTES LEBEN

Kein Buch, keine Lektüre hat mich dieses Jahr bis jetzt so nachhaltig emotional berührt und gefesselt wie das neue Buch von Daniela Krien: Mein drittes Leben.

Es ist kein Wohlfühlbuch und auch kein leichtes Thema, das hier behandelt wird, vielmehr ereilt die Protagonistin Linda ein Schicksal, welches schlimmer kaum vorstellbar ist: ihre 17 jährige Tochter wird bei einem Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen und von einer Sekunde zur anderen ist nichts mehr wie es war; vorbei das glückliche, priviliegierte und sorgenfreie Leben in der schicken Leipziger Altbauwohnung an der Seite des geliebten Mannes, vorbei die Zeit mit der gemeinsamen Tochter.

Linda stürzt in einen Abgrund, aus dem sie  lange nicht mehr herausfindet, die Krebserkrankung die bald darauf bei ihr diagnosdiziert wird,  empfindet sie fast als Erlösung. Der Krebs wird geheilt und Linda krempelt ihr Leben komplett um. Sie kehrt der Stadt, in der alles sie an ihre Tochter erinnert den Rücken und auch ihrem Mann, dem sie fast üblelnimmt, daß er relativ schnell zur „Normalität“ zurückkehren konnte. Sie zieht in ein altes Haus auf dem Land, kümmert sich um den Hund und die Hühner und in der Routine und der teilweise harten körperlichen Arbeit, beginnt ihre Seele ganz langsam zu heilen. Irgendwann schafft sie die Rückkehr in die Stadt, verkauft die Wohnung , führt ein einfaches Leben und findet auch hier Trost in der Natur, indem Sie sich um einen kleinen Schrebergarten kümmern kann.Sie entdeckt, daß es Personen in ihrem Leben gibt, denen sie etwas zu geben hat und entdeckt die Heilsamkeit des Gefühls gebraucht zu werden. Ganz langsam kehrt sie ins Leben zurück,in ihr dtittes, aber sie wird nie mehr die Frau werden, die sie einst war.

Das Buch war tatsächlich ein emotionaler Schock und hat mich durch ein Tal der Tränen geschickt, aber ich habe noch nie ein Buch gelesen, das den Zustand des Trauerns besser bschrieben hätte und daß eben jede Person ihren eigenen Weg finden muss, es gibt keine „richtige“ oder „falsche “ Art zu trauern.

Danielas Kriens Sprache ist so schön, so emotional und präziese, daß sie einen sofort im Herzen berührt und, bei aller Traurigkeit, gibt es das auch: die kleinen Sonnenstrahlen, den Trost und die schönen Momente, die Hoffnung wecken, daß es im Leben immer irgendwie weitergehen wird.

Ein Buch für Lesende, die , so wie ich, die schweren Themen lieben und so nachhaltig nachwirkt, daß an eine neue Lektüre tagelang nicht zu denken ist; ich nenne das meinen „Lesekater.“

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