Shelly Parker-Chan ist ein*e asiatisch-amerikanische*r Autor*in mit nur zwei veröffentlichten Romanen, dafür aber einer Reihe an Awards und Nominierungen:
2022 hat sier sowie den Astounding Award for Best New Writer gewonnen als auch den British Fantasy Award in zwei Kategorien: für den besten Fantasyroman sowie für das beste Nachwuchstalent. Außerdem war Parker-Chan Finalist*in für den Lambda, den Locus, den Aurealis, den Ditmar und die British Book Awards. Davor war sier ein*e Diplomat*in und setzte sich für Menschenrechte, Gleichberechtigung und LGBTQIA+ -Rechte in Südostasien ein. Sier ist queer und genderqueer und auch ohne diese Info würde man das in der „Der Strahlende Kaiser“ Dilogie erkennen.
„She Who Became the Sun“ und „He Who Drowned the World“ spielen fantastisch mit Geschlechterstereotypen und -rollen, zerlegen sie in ihre Einzelteile und setzen sie auf unerwartete neue Weise zusammen.
Wir folgen einem Mädchen im von Mongolen besetzten China des 14. Jahrhunderts, das in einem kleinen Dorf inmitten einer Hungersnot aufwächst. Während ein Seher ihrem Bruder ein großartiges Schicksal prophezeit, ihr dagegen Nichts. Als Zhu Chongba stirbt, entscheidet das Mädchen sich, seinen Namen anzunehmen – und sein Schicksal.
Während wir Zhu Chongba Werdegang von hungerndem Kind, zu Mönch, zu Militärstrategen der chinesischen Rebellen folgen, versucht der mongolische Eunuch Ouyang diese niederzuschlagen. Für den Verrat seines Vaters kastriert und zum Sklaven gemacht, arbeitete er sich durch sein Talent als Krieger und Taktiker zum General hoch und verfolgt nun seine eigenen Ziele.
Beide sind brillante Strategen und beide passen nicht in die Gesellschaftsordnung. Zu feminin für die maskulin dominierte Welt und doch nicht feminin genug, um die Frauenrolle zu übernehmen. In dieser von starren Geschlechter- und Machtverhältnissen geprägten Welt sind beide Außenseiter, die sich ihren Platz darin erkämpfen müssen.
Ihre Clara Trumpf


