„black, lesbian, feminist, mother, poet, warrior“ – so beschreibt sich die US-amerikanische Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde.
1934 als Tochter von Immigranten in Harlem geboren und juristisch blind, lernte sie trotzdem schon mit vier schreiben. Neben ihrer Arbeit als Bibliothekarin und später Professorin, wurden in den 60ern regelmäßig ihre Gedichte veröffentlicht. Zeit ihres Lebens setzte sie sich aktiv für soziale Gerechtigkeit ein.
Sie engagierte sich in der Frauen- und Lesben- und in der Bürgerrechtsbewegung, war Mitbegründerin des Combahee River Collective, von SISA (Sisters in Support of Sisters in South Africa) und der Kitchen Table Press. Außerdem half sie in den 80ern maßgeblich bei der Entstehung der afro-deutschen Bewegung mit.
Viel besser und interessanter schreibt sie allerdings ihre Lebensgeschichte selbst: Ihr Memoir Zami zeichnet ihr Portrait als ebenjene „Schwarze, Lesbe, Feministin, Mutter, Dichterin, Kriegerin“.
Wer eine Einführung in ihr Werk sucht, findet in „Ein strahlendes Licht. – Schriften, Reden und Gespräche“ genau das. Dort sind ihre wichtigsten Schriften ihres Aktivismus gesammelt, sowie ein Bericht über ihre Krebserkrankung. Sie adressiert die Unterdrückung von Frauen, Rassismus und Homophobie – Themen, die uns damals wie heute auf der Seele liegen.
Auch ihr Essay-Band Sister Outsider, ursprünglich 1984 erschienen ist heute leider immer noch brandaktuell. Denn viele „Formen menschlicher Verblendung haben ein und dieselbe Wurzel: die Unfähigkeit, Unterschiedlichkeit als eine dynamische Kraft zu begreifen, die bereichernd ist, nicht bedrohlich“.
In dem Gedichtband Die Quelle unserer Macht, im Original unter dem Titel Chosen Poems: Old and New hat Lorde kurz vor ihrem Tod selbst eine Auswahl ihres lyrischen Werkes zusammengestellt. Von Liebe bis Machtmissbrauch sind Lordes Gedichte schmerzvolle, poetische Einblicke in ihr Leben und zeigen ihre Vision einer neuen, lebbaren Welt.
Lorde lehnt sich in ihren Texten gegen Unterdrückung auf und kämpft für alle, die als ‚anders‘ abgestempelt werden – stark, poetisch, wütend.
1992 starb Audre Lorde nach einem 14-jährigen Kampf mit Brustkrebs. In den USA ist Audre Lorde eine absolute Kultfigur – und im Englischen gibt es noch sehr viel mehr von ihr zu lesen. Sie verbachte viel Zeit in Berlin und hatte einen bemerkenswerten Einfluss auf eine neue Schwarze politische und kulturelle Bewegung und die zur Gründung der ISD (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) und von ADEFRA (Afrodeutsche Frauen) führten. Deshalb sollten auch hierzulande mehr Menschen diese bemerkenswerte Frau kennenlernen.
Ihre Clara Trumpf




