Michelle Quach: Falling in love was not the plan

Ein Jugendbuch mit dem Fokus auf der Liebesgeschichte und dann auch noch feministisch? Leider ein eher seltener Fund im Genre des Young Adults. Doch dieses Buch entspricht all diesen Anforderungen und hat darüber hinaus auch noch all meine Erwartungen übertroffen. Klischees, Sexismus, und Anti-Feminismus stehen in dieser Geschichte nicht auf der Tagesordnung. Eher werden diese Themen kritisch thematisiert und reflektiert, teils durchlebt man entsprechend passende Situationen mit den Charakteren in denen etwa die oben genannten Themen realtitätsnah dargestellt werden.

Inhalt
Auch die ehrgeizige Highschool-Schülerin Eliza und unsere Protagonistin der Geschichte wird im Laufe des Romans schuldig solcher alltäglicher Fallen. Man lebt und lernt gemeinsam mit ihr während sie sich durch den schwierigen und verwirrenden Alltag einer 17-jährigen kämpft.
Ihre ganze bisherige Schullaufbahn hat sie darauf hingearbeitet Chefredakteurin der Schülerzeitung zu werden. Das ist alles was sie will und sie ist sicher das sie den Poste bekommt, denn keiner ist so qualifiziert und fleißig wie sie.
Doch am Tag Wahl wird sie mit einer bösen Überraschung konfrontiert: Len, neu im Team, stellt sich ebenfalls zur Wahl und gewinnt.
Eliza ist fassungslos und sich sicher, dass dies nur ein Fall von Sexismus sein kann. Nur weil Len männlich und attraktiv ist, spielen ihre Qualifikationen und ihre harte Arbeit auf einmal gar keine Rolle mehr?
Um ihrer Wut freien Lauf zu lassen und die Ungerechtigkeit der Situation zu schildern, schreibt sie einen Artikel den sie aber nie vorhat zu veröffentlichen. Doch… am nächsten Tag ziert der von Eliza verfasste Artikel die Titelseite der Schülerzeitung. Unfreiwillig und anfangs überfordert wird Eliza in die Rolle einer feministischen Anführerin ihrer Highschool hineinkatapultiert.
Das Ganze entwickelt sich schnell zu einem öffentlichen Streit an der Schule und so verlangt die Schulleitung von Eliza und Len eine Zusammenarbeit. Sie sollen die Chefredaktion der Schülerzeitung gemeisam leiten und ihre Streitigkeiten damit ablegen.
Womit Eliza aber überhaupt nicht gerechnet hat, ist auf einmal Gefühle für den Feind zu entwickeln…

Meine Meinung
Ich hatte eigentlich erwartet, dass Themen wie Gleichberechtigung und Feminismus auch in diesem Jugendbuch nur als sogenannten „tropes“ verwendet werden. Dass solche Themen aber tatsächlich kritisch dargestellt und besprochen werden hat mich positiv überrascht.

Eliza als Protagonistin der Geschichte steht im dauerhaften Konflikt zwischen den Gefühlen für einen Jungen den sie eigentlich gar nicht mögen möchte und ihren feministischen Überzeugungen und Prinzipien.
Sie hinterfragt ihre Ansichten, Entscheidungen und gesellschaftlichen Rollen dauerhaft und wird in meinen Augen dazu zu einer runden und komplexen Protagonistin mit der sich höchstwahrscheinlich viele Mädchen ihres Alters identifizieren können.

Eliza und Len als Protagonistin der Geschichte sind toll und sehr representativ, doch war ich schwer angetan von den ganzen Nebencharakteren des Romans und die Wichtigkeit ihrer Geschichten.
Quach schafft es ein soziales Umfeld und eine fiktive Welt zu erschaffen, in der die Probleme und Anliegen Jugendlicher in der heutigen Zeit autenthisch und ungezwungen beleuchtet werden.

Die Liebesgeschichte hat einen schönen Erzähfluss, fühlt sich weder erzwungen noch klischeebehaftet an.
Viel schöner fand ich aber, dass eher die Entwicklung der beiden als Individuen im Fokus stand und sie gemeinsam durch den anderen wachsen und voneinander lernen konnten.

Insgesamt ist dies einfach ein schöner aber auch wichtiger Jugendroman mit aktuellen Themenschwerpunkten und toller Representation. Er klärt auf ohne belehrend zu sein und lässt sich leicht lesen ohne zu seicht zu sein.
Eine absolute Leseempfehlung für Teens ab 14 💛

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