Menschen, die nicht mit dem Geschlecht übereinstimmen, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, werden als Trans (vom lateinischen ‚über’) bezeichnet. Trans Menschen können entweder binär (Mann oder Frau) oder nicht-binär sein. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Personen, auf die dies zutrifft, sich selbst als Trans identifizieren – wie immer sollte das Label anderen nicht aufgedrängt werden, es ist eine Selbstbezeichnung. Das Gegenteil dazu ist übrigens cis, vom lateinischen „diesseits“.
Der Begriff „nicht-binär“ bezieht sich auf Personen, die weder männlich noch weiblich sind. Sie können sich zwischen den beiden Geschlechtern verorten, außerhalb davon oder gar kein Geschlecht haben (agender). Einige nicht-binäre Personen können sowohl männlich als auch weiblich sein (bigender) oder eine sich verändernde Geschlechtsidentität haben (genderfluid). Andere lehnen das binäre Geschlechtersystem ab und identifizieren sich mit einem Geschlecht, das unabhängig von Männlichkeit und Weiblichkeit ist (genderqueer). Nach dieser Definition sind nicht-binäre Personen Trans, da sie in der Regel nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entsprechen. Es gibt jedoch Kulturen, in denen Nichtbinarität als bei der Geburt zugewiesenes Geschlecht betrachtet wird. In solchen Kulturen wären nicht-binäre Personen nicht Trans, sondern cis.
Wem das jetzt alles zu theoretisch ist, hört es am Besten von den Menschen selbst:
Journalistin Georgine Kellermann erzählt ihre Geschichte in Georgine – Der lange Weg zu mir selbst, Journalist Linus Giese in Ich bin Linus und Schauspieler Elliot Page in Pageboy. Und wer nicht so viel Text will, hat Maia Kobabes Comicautobiografie Gender Queer.
Lydia Meyer, nicht-binäre Autor*in nimmt in Die Zukunft ist nicht binär die Zweigeschlechterordnung auseinander und Einfach selbst bestimmt sammelt Texte von gleich zwanzig verschiedenen Aktivist*innen, Psycholog*innen, Wissenschaftler*innen und Trans*personen zum Selbstbestimmungsgesetz, das 2024 verabschiedet wurde und das transphobe Transsexuellengesetz von 1980 ersetzt.
Zu diesem Gesetz gibt es sehr viele Desinformationen und gerade deshalb ist es wichtig, sich dazu Informationen aus seriösen Quellen zu holen. Wer nicht ein ganzes Buch dazu lesen will, findet auf der Website des Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend oder der des Lesben-und Schwulenverbandes alle Fakten (https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/queerpolitik-und-geschlechtliche-vielfalt/gesetz-ueber-die-selbstbestimmung-in-bezug-auf-den-geschlechtseintrag-sbgg–199332 oder https://www.lsvd.de/de/ct/6417-Selbstbestimmungsgesetz).
Noch kompakter zusammengefasst erleichtert das Gesetz trans-, intergeschlechtlichen und nichtbinären Personen den Geschlechtseintrag und den Vornamen zu ändern. Anstatt einer gerichtlichen Entscheidung und den Gutachten zweier Sachverständiger ist nun nur ein Antrag beim Standesamt dafür notwendig. Das stellt eine massive Verbesserung gegenüber des kostspieligen, langwierigen und demütigenden Prozesses des vorherigen Gesetztes dar. Übrigens gibt es solche Gesetze in anderen Ländern (Argentinien, Malta, Dänemark, Luxemburg, Belgien, Irland, Portugal, Island, Neuseeland, Norwegen, Uruguay, Spanien, Finnland und die Schweiz) und dort wird es nicht zur ständigen Änderung des Geschlechtseintrag genutzt – was einer der meistgenannten Punkte von Kritiker*innen des Gesetzes ist.
Als weitere kostenlose und übersichtliche Quelle gibt es die Broschüre ‚Soll Geschlecht jetzt abgeschafft werden? 12 Fragen und Antworten zu Selbstbestimmungsgesetz und Transgeschlechtlichkeit’ vom LSVD – entweder digital (https://www.lsvd.de/media/doc/6417/2022._soll_geschlecht_jetzt_abgeschafft_werden._broschuere_selbstbestimmungsgesetz.pdf) runterladen oder kostenfrei bei lsvd@lsvd.de bestellen.
Der Hexenzirkel ihrer Majestät ist die Gemeinschaft der britischen Hexen, die vor Jahrhunderten von Anne Boleyn gegründet wurde. In der Gegenwart hat dieser gerade einen Bürgerkrieg hinter sich und die Freundinnen Niamh, Leonie, Helena und Elle versuchen sich wieder Normalität aufzubauen. Bis ein Orakel das Ende aller Hexen prophezeit und die vier sich auf unterschiedlichen Seiten wiederfinden.
Auch die Coming of Age Mangas Boys Run The Riot und The Gender of Mona Lisa thematisieren Geschlechtsidentitäten
Boys Run The Riot folgt Ryo, der seine Identität und seine Stimme findet, als er mit dem aufsässigen Jin ein Modelabel gründet.
The Gender of Mona Lisa spielt in einer Welt, in die alle Menschen ohne Geschlecht hineingeboren werden. Mit dem zwölften Lebensjahr entscheidet man sich, ob sie ein Leben als Mann oder Frau führen möchten. Hinase hat sich auch mit 17 Jahren immer noch nicht entschieden und will es eigentlich auch nicht.
Das Bilderbuch Florian erklärt und fördert Akzeptanz schon für Kinder ab 4, indem es die Geschichte von Florian nach seinem Outing vor seiner Familie und in der Schule.
Ab 11 gibt es Fred und ich, das wir schon mal ausführlicher besprochen haben (Link: https://buchtutgut.de/2023/03/25/lena-hach-fred-und-ich/), ein empathisches, wunderschönes Kinderbuch.
Auch für Jugendliche ab 14 gibt es tolle Bücher zur Thematik:
In Ich wünsch dir nur das Beste folgen wir Bens Leben nach einem fatalen Coming-out als nicht-binär. Ben wird von seinen Eltern aus dem Haus geworfen, zieht bei der entfremdeten Schwester ein und will einfach nur das letzte Semester der Schule überstehen, bis Nathan in Bens Leben tritt. Die Entwicklung der Freundschaft und Liebe zwischen den beiden wird kraft- und hoffnungsvoll erzählt und ist herzzerreißend und fröhlich zugleich.
Ey hör mal! ist ein kluger, vielschichtiger Roman über Identitätsfragen. Mahmouds Sommerferien werden langatmig und langweilig, schließlich bleibt er daheim im Plattenbau-Viertel. Als dann aber sein Onkel Ji aus Pakistan zu Besuch kommt, ändert sich das. Denn Mahmouds kleiner Bruder Ali spielt gerne mit Puppen und ist so überhaupt nicht so, wie ein Junge sein sollte.













