Buchtipps von Nina Dulleck

Reise um meinen Garten von Alphonse Karr

Ein Briefroman. Ein guter, reicher Freund bricht zu einer Weltreise auf. Unser Autor kann sich einen solchen Luxus nicht leisten und muss zu Hause bleiben. Humorvoll und unterhaltsam schreibt er seinem Freund in überschaubaren Kapiteln aus dem heimischen Garten. Ganz nach dem Motto: Wieso in die Ferne schweifen, wenn die Wunder der ganzen Welt im eigenen Garten (oder dem vom Nachbarn …) vor dem Haus zu finden sind?

Dass dieses Buch schon so alt ist fällt aufgrund der guten Übersetzung kaum auf. Ganz im Gegenteil ist es überaus aktuell, wirkte auf mich total entschleunigend und lässt den Leser mit einem Gefühl von Wertschätzung für die kleinen Wunder des Alltags zurück. Kann man auch lesen, wenn man bloß einen Balkon oder sogar nur einen Blumentopf auf der Fensterbank besitzt.

Ice Cream Star von Sandra Newman

Ice Cream Star, die jugendliche Heldin, nimmt den Leser in dieser Dystopie auf eine Reise durch Nordamerika nach einer Pandemie mit. Das Buch erschien lange vor Corona und hat mich nicht nur deshalb nachhaltig beeindruckt.

Ice Cream Star gehört zu einer Gruppe von Jugendlichen und Kindern, die eine landesweite Pandemie überlebt haben. Sämtliche Erwachsene sind umgekommen und die Kinder müssen sich alleine zurecht finden. Nun kommt ihr Bruder in das gefährdete Alter und Ice Cream Star bricht auf um einen Impfstoff für ihn zu finden, der ihm das Leben retten soll. Dabei trifft sie auf andere Gruppen von Jugendlichen, die sich zusammengeschlossen haben. Jede Gruppe hat sich eine eigene Strategie, Philosophie zurechtgezimmert, um sich zu erklären, was passiert ist, mit einander zu leben und mit den lebensbedrohlichen Gegebenheiten umzugehen.

Ein dystopischer, teilweise beklemmender, spannender Roadmovie mit ungewissem Ausgang. Mich hat dieses Buch nicht nur thematisch fasziniert: Ice Cream Star erzählt ihre Geschichte durchweg in ihrer eigenen Jugendsprache. Man braucht ein paar Seiten, um sich daran zu gewöhnen, doch dann dämmert es einem, dass hier sprachlich ein unglaubliches, doppeltes (Original und in der Übersetzung!) Meisterwerk vorliegt. Ihre Stimme hat mir geholfen, die teilweisen Längen im Text gut zu überstehen, denn die Heldin kommt dem Leser dadurch auf eine Weise nahe, wie ich es noch nie in einem Buch erlebt habe. Ein geniales, seitenstarkes Leseerlebnis.

Die Chroniken von Narnia von C. S. Lewis

Zu diesen sieben fantastischen Büchern komme ich in regelmäßigen Abständen zurück. Vor allem wenn es drumherum zu trubelig und chaotisch wird und ich mich einfach nur nach einem Lichtblick, nach Hoffnung, nach Entspannung, nach Heimat, sehne.

Ein paar der Bücher kennen viele aus den Filmen. Doch die bleiben weit hinter dem Tiefgang der Bücher zurück und das ist der enorme Mehrwert dieser Geschichte, wenn man sie sich lesend erschließt: Wer meint, Narnia aus den Filmen zu kennen, wird erstaunt sein, wieviel mehr und wieviel zutiefst hoffnungsvolles „im Wandschrank“ steckt.

Vielen Dank an Nina Dulleck für ihre Buchempfehlungen!

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